Elbvertiefung


Vom Fluss zum Wirtschaftskanal

Seit über hundert Jahren werden die Elbe und der Hafen ausgebaggert. Die natürliche Tiefe der Elbe beträgt nur zwischen zwei und vier Meter. Die Ausbaumaßnahmen haben dazu geführt, dass die Sturmfluten bis etwa 60 cm höher auflaufen, der Tidehub seit 1962 in Hamburg ca. 1 m höher geworden ist und sich die Brackwasserzone stromaufwärts verschoben hat. Die Verlandung von Nebenelben, Altarmen hat zugenommen, weil das Wasser bei Ebbe erheblich schneller und auf einen tieferen Stand abläuft und sich das erodierte Sediment dort ablagert.. Die Elbe hat nach der letzten Vertiefung im Jahr 1999 eine Fahrwassertiefe von 16 m. Statistiken belegen, dass die Tiefgangsmöglichkeiten auf der Unterelbe von den Containerschiffen nicht ausgenutzt werden. Durch Strombaumaßnahmen, Eindeichungen und Aufhöhungen - zuletzt im Mühlenberger Loch - sind in den letzten 4 Jahrzehnten ca. 75 % der Vordeichsflächen an der Unterelbe vernichtet worden. Vom ehemaligen Stromspaltungsgebiet mit vielen Inseln und Elbarmen sind praktisch nur Norder- und Süderelbe verblieben. Viele Aufwuchsgebiete und Lebensräume für Fische und die Regenerationsfähigkeit wurden zerstört. Die Elbe soll laut Hamburger Senat nochmals um 1,5 m vertieft werden. Die Folgen werden verheerender sein als die chemischen Keulen der Vergangenheit. Der Fluss Elbe wird dann endgültig zum Wirtschaftskanal verkommen.
Unterhaltsbaggerungen
Bei Unterhaltsbaggerungen werden pro Jahr auf Hamburger Gebiet ca. 6 Millionen Kubikmeter Sand und Schlick gebaggert. Vor der letzten Elbvertiefung (1999) betrug die Menge noch etwa 2 - 3 Millionen Kubikmeter. Die Kosten betragen rund 80 Millionen EURO!
Eimerkettenbagger im Hafen
Wegen des enormen Anstiegs der Menge, werden ca. 2 Mio. Kubikmeter in der Nordsee verklappt. (Siehe Karte)  

Lageplan der Baggergut-Ablagerung in der Nordsee