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Elbvertiefung



Kapitelende

Folgen für das Ökosystem - Versalzung

Gefährdung von Grundwasserleitern

Die Gutachter stellen fest, daß die Fahrrinne in weiten Bereichen in die oberen Grundwasserleiter der Marschlande einschneidet. Bindige Schutzschichten sind nicht vorhanden bzw. werden durch Unterhaltsbaggerungen und Erosion immer wieder aufgerissen. Dennoch wird keine Gefahr für die Grundwasserqualität gesehen. Im Hinblick auf die Versalzung wird der Rechnung der BAW geglaubt, die Süßwassergrenze werde um weniger als einen Kilometer stromauf verlagert.

Durch den Mangel des Elbmodells, nur 2-dimensional statt 3-dimensional zu rechnen, begehen die Gutachter einen fundamentalen Fehler. Der Salzgehalt der Elbe zeigt eine ausgeprägte Abhängigkeit von der Tiefe. Das dichtere Salzwasser schiebt sich als Keil am Grund der Elbe bis vor die hamburgische Landesgrenze. Während die marine Versalzung des Uferfiltrats an der Mündung der Elbe naturgegeben ist (wobei es auch dort noch lokale Süßwasserlinsen gibt), ist sie oberhalb von Glückstadt überwiegend anthropogen bedingt. Versalzung des oberen Grundwasserleiters im Unterelberaum, Dornier-Gutachten:

Icon Versalzung oberes Grundwasser

Die Trinkwassergewinnung in den Wasserwerken Haseldorfer Marsch und Süderelbmarsch ist durch die früheren Vertiefungen der Elbe bereits beeinträchtigt. Ein weiteres Vordringen von Brackwasser durch eine erneute Vertiefung wird nachhaltigen Schaden anrichten, nämlich die Aufgabe der oberen Grundwasserleiter und damit vor allem des WW Haseldorfer Marsch. Künftigen Generationen wird die Option der Nutzung dieser Wasservorräte für immer genommen. Zur Frage der Versalzung müssen die Antragsteller ein neues Gutachten mit Hilfe eines 3-dimensionalen Modells anfertigen lassen. Da die Trinkwasserversorgung Vorrang vor den wirtschaftlichen Interessen der Reeder hat, darf mit der Vertiefung nicht begonnen werden, bevor das Gutachten ausgewertet ist. Vermutlich ist danach eine Fahrrinnenvertiefung nicht mehr zu rechtfertigen.

Versalzung am Grund der Elbe

Nach Untersuchungen der ARGE Elbe wanderte im Zuge der Vertiefungen die Süßwassergrenze von Glückstadt 20 km stromauf.

Auf dieser Strecke wurde das limnische Benthos komplett gegen marine Arten ausgetauscht. Das hat erhebliche und nachhaltige Folgen für die gesamte aquatische Lebensgemeinschaft der Elbe.


Lesestoff:

  • M.Bergemann: Die Lage der oberen Brackwassergrenze im Elbeästuar; Deutsche Gewässerkundliche Mitteilungen, 39, 1995, h. 4/5
  • J.C. Riedel-Lorje, U. Kohla und B.Vaessen: Das Vordringen ausgewählter Bodentiere im Elbe-Ästuar als Indikation für eine Verlagerung der oberen Brackwassergrenze; Deutsche Gewässerkundliche Mitteilungen, 39, 1995, h. 4/5


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