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UMWELTATLAS HAMBURG ... von unten


WO MAN SICH NICHT NUR DIE HNDE SCHMUTZIG MACHT


4.1.3 Schwermetalldeposition im Umfeld der Affi

Kapitelende



Ausgelst durch die Kritik von "Rettet die Elbe", durch die Berieselung mit Kupferstaub aus der Affi sei das Gras des Deichs auf der gegenberliegenden Halbinsel Kaltehofe fr Schafe giftig, veranstaltete die Affi am 9. Dezember 2003 ein "Umweltforum", auf dem sie ihre Massnahmen zur Emissionsminderung darstellte und dass diese - laut Messungen der Umweltbehrde - auch erfolgreich seien. 

Die Behrde fr Umwelt und Gesundheit (BUG) fhrt seit 1983 Messungen auf Staubniederschlag und dessen Gehalt an Schwermetallen im Umfeld der Affi durch. "Rettet die Elbe" forderte die Messergebnisse von der Abteilung Luftuntersuchungen des Instituts fr Hygiene und Umwelt an und erhielt sie prompt und als verwertbare Dateien - es gibt auch informationsfreudige mter. 

Das Messraster wird von Punkten im Abstand von ca. 1km um die Affi herum gebildet und berzieht eine Flche von 25 km2. 


Stadtkarte Hamburg mit Messstellen, Inst. f. Hygiene u. Umwelt 
die roten Punkte 452a und 452b liegen zwischen den Werksteilen Nord und Ost, der Punkt 424 am nordwestlichen Zipfel des Werksgelndes. Die Kaltehofe wird durch den Punkt 426 markiert.

Zu jedem Messpunkt gehrt ein Datensatz der mittleren Deposition eines Jahres von Arsen (As), Cadmium (Cd), Kupfer (Cu) und Blei (Pb), angegeben in Mikrogramm pro Quadratmeter und Tag (ug/m2*d). Allerdings wird das Programm erst seit 1991 lckenlos fr alle Stoffe und Parameter durchgefhrt. 

Wie sich die Belastung aus der Affi im Lauf der Jahre entwickelt hat, kann man nur aus der Gesamtheit der Messergebnisse erkennen. Whlt man nur einen einzigen Punkt, z.B. auf Kaltehofe, hngt das Ergebnis nicht nur von der Menge des Schadstoffausstosses der Affi ab, sondern auch von der Windrichtung und anderen Zufllen. 

Welchen Umkreis reprsentiert nun eine an einem Punkt gesammelte Probe? Man muss bercksichtigen, dass die Staubkonzentration um eine niedrige Quelle (Erzumschlagplatz, Dachreiter) herum rasch abfllt. ber dem Untersuchungsgebiet liegt eine Staubglocke mit dem Maximum auf dem Werksgelnde, die zu den Rndern flach ausluft. Um diese "Glocke" realistisch zu berechnen, wurden die Punktwerte interpoliert mit einem Computerprogramm "Idrisi", einem geografischen Informationssystem. Die Methode wird auf einer gesonderten Seite genauer beschrieben.


Arsen Deposition 1987: die Punkte bezeichnen die von der BUG gemessenen Werte, mit dem Maximum von 756 ug/m2*d (violetter Punkt) bis zum Minimum von 4 ug/m2*d. Schwarze Punkte wurden im Jahr 1987 nicht beprobt.
Mit Idrisi wurde zwischen den Punkten in Rasterschritten von 200m interpoliert.

In gleicher Weise wurden die Staubniederschlge von Kupfer, Kadmium und Blei aus den Messungen der BUG ermittelt.

Ergebnis Arsen


Der Trickfilm zeigt die aus den Messungen der BUG interpolierten Jahresdepositionen an Arsen von 1987 bis 2002. Unterlegt ist eine Karte der Gewsserflchen mit Blick von Wilhelmsburg in Richtung Billerhuder Insel. Deutlich erkennbar nimmt das Maximum am Werk ab, und an den Rndern gleicht sich in jngster Zeit die Belastung dem Hintergrund an.
Falls der Trickfilm auf Ihrem Browser nicht klar erkennbar wiedergegeben wird, versuchen Sie es bitte mit dieser Variante!

Integriert man alle Depositionsraster ber die gesamte Flche, erhlt man die Fracht, die dort herunterrieselt.


Fracht in kg As von 1987 bis 2002 auf die Untersuchungsflche 25 km2. Der dunkle Teil der Balken ist die Fracht, die auf dem Werksgelnde und der unmittelbaren Umgebung niedergeht.

Die Arsenbelastung des Untersuchungsgebiets sank von 400 kg in 1987 auf 137 kg im Jahr 2002. Der Gang der Deposition auf dem Werksgebiet und in der weiteren Umgebung des Untersuchungsraums gehen konform. 

Ergebnis Kupfer

Der Trickfilm zeigt die aus den Messungen der BUG interpolierten Jahresdepositionen an Kupfer von 1991 bis 2002. Unterlegt ist eine Karte der Gewsserflchen mit Blick von Georgswerder in Richtung Rothenburgsort.
Falls der Trickfilm auf Ihrem Browser nicht klar erkennbar wiedergegeben wird, versuchen Sie es bitte mit dieser Variante!


Fracht in kg Cu von 1991 bis 2002 auf die Untersuchungsflche 25 km2.

Im Gegensatz zum Arsen nimmt die Belastung im Laufe der Jahre nicht stetig ab, sondern steigt zunchst stetig auf bis zu 14 600 kg im Jahr 1997. Das verwundert, weil in der ffentlichkeit der Eindruck erweckt worden war, die Affi sei "saniert". Nach 1997 sinkt die Belastung auf den Tiefststand von 6 600 kg Cu in 2002. Der Frachtanteil im Nahfeld liegt hher als bei den anderen Stoffen, was auf Emissionen aus sehr niedrigen Quellen hinweist, z.B. Erzumschlag.

Ergebnis Cadmium

Der Trickfilm zeigt die aus den Messungen der BUG interpolierten Jahresdepositionen an Cadmium von 1987 bis 2002. Unterlegt ist eine Karte der Gewsserflchen mit Blick von der Veddel in Richtung Moorfleet.
Falls der Trickfilm auf Ihrem Browser nicht klar erkennbar wiedergegeben wird, versuchen Sie es bitte mit dieser Variante!


Fracht in kg Cd von 1987 bis 2002 auf die Untersuchungsflche 25 km2

Beim Cadmium schwanken die Depositionsfrachten im Beobachtungszeitraum 1987 - 2002 um 30 kg/a. Die Spitze von 39 kg trat in 2000 auf. Ob die in den beiden folgenden Jahren auf 24 kg gefallen Frachten schon einen Trend zum Besseren signalisieren, knnen erst die nchsten Messergebnisse der BUG besttigen.

Ergebnis Blei

Der Trickfilm zeigt die aus den Messungen der BUG interpolierten Jahresdepositionen an Blei von 1987 bis 2002 (die Messserien 1983 - 1984 enthalten viel zu wenig Punkte und knnen nicht verglichen werden). Unterlegt ist eine Karte der Gewsserflchen mit Blick von Wilhelmsburg in Richtung Billerhuder Insel.
Falls der Trickfilm auf Ihrem Browser nicht klar erkennbar wiedergegeben wird, versuchen Sie es bitte mit dieser Variante!


Fracht in kg Pb von 1987 bis 2002 auf die Untersuchungsflche 25 km2

Bis zum Beginn der 90er Jahre schwanken die Bleieintrge um ein hohes Niveau von ca. 2 300 kg/a. Ein Abwrtstrend setzt spter ein, als man es mit dem Verschwinden des bleihaltigen Benzins erwartet htte. Dessen Einfluss ist anfangs als breiter Buckel ber den Norderelbbrcken gut zu erkennen. Spter erkennt man Nebenmaxima z.B. in Rothenburgsort, die plausibel zu erklren sind, dass die Bleihtte ber eine relativ niedrige Esse emittiert, deren Aufschlagmaximum noch in den Untersuchungsraum fllt. Seit 1995 sind die Frachten stetig auf 1400 kg in 2002 gesunken.

Bilanz

Das Messprogramm der BUG erfasst die Belastung durch Arsen, Blei, Cadmium und Kupfer im Umfeld der Affi in hinreichender Dichte und Genauigkeit und in einer Kontinuitt, die einen Vergleich in einer langjhrigen Folge erlaubt. Die Daten wurden von "Rettet die Elbe" primr so ausgewertet, dass das Modell Zeitreihen abbildet, die das Geschehen im Betrieb anzeigen. Die Belastung durch Arsen, Kupfer und Blei ist seit 1987 bzw. 1991 deutlich gesunken, wobei (seit 1998) auch ein gemeinsamer Trend abwrts besteht. Lediglich beim Cadmium ist keine eindeutige Besserung zu verzeichnen.

Zukunftsaussichten

Die BUG sollte ihr Messprogramm in der bisherigen Form fortsetzen. Falls dabei wieder "Ausreisser" auftreten, sollte dieses Phnomen unverzglich auf eine plausible Erklrung untersucht werden. Die Messungen an den Emissionsquellen sollten wieder aufgeschlsselt nach Quellhhen durchgefhrt und verffentlicht werden. "Rettet die Elbe" wird die Messergebnisse auch zuknftig auswerten.

Die Aufwendungen der Affi haben sich fr die Umwelt gelohnt. Trotzdem kann sie die Hnde jetzt nicht in den Scho legen. Bei allen affitypischen Schadstoffen liegt die Belastung im Umfeld um ein Vielfaches ber den Hintergrundwerten, die "Rettet die Elbe" als Massstab anlegt. Deshalb ist es zu begren, dass ein weiteres Programm zur Minderung der Emissionen von der Affi in diesem Jahr durchgefhrt wird.
 


Lesestoff:

  • Freie und Hansestadt Hamburg, Umweltbehrde: Ergebnisse der Staubniederschlags- und Schwebstaubmessungen mit anschlieender Bestimmung von Staubinhaltsstoffen im Zeitraum 1993 bis 1997 in Hamburg; Hamburger Umweltberichte 54/97

  • Freie und Hansestadt Hamburg, Umweltbehrde: Bericht ber die Emissionen der Norddeutschen Affinerie und die Immissionen in ihrem Umfeld; Hamburg, Sept. 1999

  • Norddeutsche Affinerie AG: Menschen und Umwelt; Hamburg, Jan. 2004



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erstellt Mrz 2004



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